Kochen
Liebe Leserinnen und Leser,
wir fassen uns heute kurz, denn wir müssen kochen. Nicht, dass wir das mit einem Schnellkochtopf machen – die Narzissen müssen gut vier Stunden im Topf vor sich hin köcheln. Richtig köcheln ist es aber auch wieder nicht: 46 Grad ist die genaue Temperatur, bei der die Narzissen gekocht werden. Viele von Ihnen werden sich jetzt mit gerunzelter Stirn fragen, was da nun wieder vor sich geht, aber ich werde es erklären. Sehr viele Blumenzwiebeln – eigentlich fast alle Blumenzwiebeln außer der Tulpe – bekommen in den Sommermonaten eine Warmwasserbehandlung. Eine nach der anderen kommen sie, bevor der Züchter sie pflanzt, in den Kessel, wo sie für ein paar Stunden in ein warmes Bad getaucht werden.

Bei jedem Blumenzwiebelzüchter stehen in der Scheune Kessel, in denen jedes Jahr zahlreiche Blumenzwiebeln einer solchen Warmwasserbehandlung unterzogen werden. Hier auf dem Foto werden Lilien gekocht, aber auch Amaryllis, Krokusse, Allium und viele andere Blumenzwiebeln werden jährlich gekocht. Früher wurden dabei gleichzeitig Chemikalien hinzugefügt, um vor allem schädliche Pilze zu bekämpfen. Diese sind heute jedoch fast alle verboten und aus den Blumenzwiebel-Scheunen verbannt. Glücklicherweise hat sich herausgestellt, dass das Kochen in sauberem Wasser für die meisten Blumenzwiebeln auch recht gut funktioniert.

Jan Hein schrieb mir per WhatsApp, dass sein Kessel vor sich hin köchelte und er gerne meine Sammlung der „Fluwel Special“-Narzissen haben wollte. Er war fast fertig mit den Narzissen, die er für die Fluwel-Website züchtet, und wollte nun – ausgerechnet an dem Tag, an dem ich immer den Nachrichtenblog schreibe – die Narzissen, die ich als Pflanzgut in der Scheune stehen habe. Also ganz eilig zwischendurch noch eine kleine Aufgabe erledigen: diesen News-Blog tippen. Es scheint eine kleine Aufgabe zu sein, genau wie die Gitterkisten in Kubikmeter-Kisten ausleeren, aber ich muss immer darauf achten, dass ich alle Sorten, die in den Topf kommen sollen, auch tatsächlich beisammen habe.
Narzissen-Sämling ZW 23
Jedes Jahr werfe ich Dutzende Narzissen weg, oft, weil sie zu anfällig für Krankheiten wie Viren oder Zwiebelfäule sind, manchmal aber auch, weil ich sie einfach nicht schön genug finde. Oder, was ebenfalls oft vorkommt, ich finde sie zwar schön, aber sie verkaufen sich überhaupt nicht – auch dann müssen sie Platz für andere machen. Aber ich sammle und kaufe auch jedes Jahr wieder Dutzende dazu – ja, entweder leidet man an „Obolsitas“ oder eben nicht. Ich jedenfalls schon, vor allem wenn es um Narzissen geht, und zwar an einer ziemlich schweren Form von „Obolsitas“. Auf dem Foto oben ist ein Narzissen-Setzling zu sehen, den ich im Frühjahr bei der Gärtnerei von Nic van der Zon auf dem Feld in Lisse entdeckt habe. Er passte nicht ganz in seinen Anbauplan, außerdem hatte er bereits ein paar größere Partien, die ziemlich ähnlich aussahen, also bot er sie mir an. Es ist natürlich schwer, zu so etwas Schönem Nein zu sagen, und nach ein paar Verhandlungsrunden hatte ich sie zu einem günstigen Preis ergattert, und Nic konnte ein paar Zwiebeln einiger besonderer Sorten aus unserer Sammlung herauspicken. Ich werde mir einen schönen Namen für sie ausdenken, und nächstes Jahr wird sie in unserer Kollektion „Fluwel Special Narcissus“ zum Verkauf stehen.
Und so liegen in allen Ecken und Winkeln der Scheune und in meinem kleinen Gewächshaus Sorten herum, die zu Jan Hein zur Warmwasserbehandlung gebracht werden müssen.

Bevor ich zum Schluss komme, noch eine organisatorische Mitteilung für die Tausenden von Menschen, die bereits Blumenzwiebeln bei uns bestellt haben. Ab nächster Woche, dem 13. September, ist es nicht mehr möglich, neue Bestellungen mit bereits aufgegebenen Bestellungen zu kombinieren, um doppelte Versandkosten zu vermeiden. Es lohnt sich auf jeden Fall, noch einmal im Shop zu stöbern, denn in den letzten Monaten sind doch wieder einige neue Sorten hinzugekommen.
Zeit, zum Schluss zu kommen.
Mit freundlichen Grüßen
Carlos van der Veek
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